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25 Jahre Erosionsversuche an NÖ Landwirtschaftsschulen
LR Teschl-Hofmeister: Schonende Bodenbearbeitung steigert Humusgehalt nachhaltig

Foto 1 (v.l.n.r.): Landesgüterdirektor Josef Rosner, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Univ. Prof. Andreas Klik (Boku) bei den Erosionsversuchen mit MaisFoto Copyright: Jürgen Mück

St. Pölten (31.7.2019) An den NÖ Landwirtschaftlichen Fachschulen (LFS) werden bereits seit 25 Jahren wissenschaftlich fundierte Erosionsversuche in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur durchgeführt. Das erklärte Ziel ist, mit Beispielen in der Praxis die Bodenerosion zu verringern und die nachhaltige Landwirtschaft zu forcieren. „Die Bodenerosion stellt weltweit die größte Gefahr für die Böden dar. In der Landwirtschaft hat sich die Situation durch die Zunahme von Wetterextremen, wie lokalen Starkregen, in den letzten Jahren deutlich verschärft. Um erosionshemmende Wirtschaftsweisen zu intensivieren, werden an den Landwirtschaftlichen Fachschulen bereits seit 25 Jahren wissenschaftlich fundierte Erosionsversuche durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass durch eine schonende Bodenbearbeitung der Humusgehalt und damit auch die Bodengesundheit nachhaltig gesteigert wird“, betont Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

„Die umfassenden Versuchsergebnisse, wie etwa bei Mais, zeigen sehr deutlich, dass durch Begrünung und fachlich richtige, minimierte Bodenbearbeitung die Erosion deutlich und effizient verringert werden kann“, betonen Landesgüterdirektor Josef Rosner und Univ.Prof. Andreas Klik (Boku). „Die wissenschaftlichen abgesicherten Daten aus der Praxis untermauern, dass sich die Herbst- und Winterbegrünung in Kombination mit mulchender Bodenbearbeitung positiv auf den der Humusgehalt auswirkt. Der Boden bleibt somit am Acker, die biologische Aktivität im Boden wird gefördert und langfristig können auch die Erträge gesteigert werden“, so Roser und Klik.

Minimierte Bodenbearbeitung verringert Erosion
An den Lehr- und Versuchsbetrieben der Landwirtschaftlichen Fachschulen werden acht verschiedene Bodenbearbeitungssysteme in Langzeitversuchen wissenschaftlich geprüft. Neben der konventionellen Bearbeitung mit Grubber und Pflug, werden auch die Minimalbodenbearbeitung und No Tillage (keine Bodenbearbeitung) geprüft. Diverse Gründeckenpflanzen mit anschließender Mulch- und Direktsaat werden ebenfalls getestet.
Angesichts der steigenden Erosionsgefahr werden die Weiterentwicklung und -verbreitung von bodenschonenden und wassersparenden Verarbeitungsverfahren im Ackerbau an Bedeutung gewinnen. Ein wirksamer Erosionsschutz kann beispielsweise mit möglichst ganzjähriger Bodenbedeckung und konservierender Bodenbearbeitung (Mulchsaat oder Direktsaat) erzielt werden.
Dieses langjährige Forschungsvorhaben mit internationaler Beteiligung im Zuge von zahlreichen Projekten zeigt, dass durch Mulchsaat (seichte Bearbeitung mit Mulchen der Pflanzenrückstände) die Erosion um 80 Prozent, durch Direktsaat (Einsaat der Kulturpflanzen in die Rückstände der vorher kultivierten Pflanzen ohne Bodenbearbeitung) sogar um 90 Prozent reduziert werden kann. Stabilere Bodenaggregate ermöglichen, dass mehr Niederschlagswasser in den Boden infiltriert, womit den Pflanzen mehr und länger Wasser zur Verfügung steht. Im Hinblick auf zukünftig wärmere und trockenere Sommer ist dies von großem Vorteil. Hinzu kommt noch eine gesteigerte biologische Aktivität im Boden. Weniger Bearbeitung der Böden schont nicht nur diese, sondern auch die Geldbörse der Bauern, verringert sich doch der Treibstoffverbrauch um rund 50 Prozent was wiederum den CO2-Ausstoß verringert.

(Schluss)

Foto 2 (v.l.n.r.): Univ. Prof. Andreas Klik (Boku), Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Direktor Josef Sieder (LFS Pyhra) und Landesgüterdirektor Josef Rosner vor der Erosions-Messstation an der Fachschule Pyhra
Foto Copyright: Jürgen Mück